Balleimertraining
Grundlagen und Trainingshinweise
Vom Anfänger bis zum Leistungsbereich ist das Balleimertraining
ein unentbehrlicher Teil des Tischtennistrainings.
Um sinnvoll und zielgerichtet Balleimertraining ausführen zu können, benötigt man:
Einspieler mit Tischtennisschläger
Tischtennis-Tisch mit Netz
20 bis 50 Tischtennis-Trainings-Bälle
Ballbehälter; 2 Stück
Spielfeldumrandungen für eine komplette Box
Für das Balleimertraining eignen sich Trainings- oder Roboterbälle,
die im Fachhandel günstig zu beziehen sind (144-er Pack).
Für jeden Tisch sollten mindestens 2 Ballbehälter vorhanden sein,
nämlich einer zum Zuspielen und ein anderer zum Bälle einsammeln.
Die Einspieltechniken
Die Qualität des Einspiels, sowie der Erfolg des Balleimertrainings überhaupt,
hängen maßgeblich von den technischen Fertigkeiten des Zuspielers ab.
Das Einspielen muss geübt werden!
Selbst sehr gute Wettkampfspieler müssen die unterschiedlichen Einspieltechniken lernen!
1. Der regelgerechte Aufschlag
Verwendung findet diese Form im Technik- und Taktik-Balleimertraining;
- beispielsweise beim Erlernen von Topspinschlägen oder Konterschlägen.
Im Taktiktraining setzt man den regelgerechten Aufschlag
zum Aufschlag-Rückschlagtraining ein.
Als Einspiel macht der Trainer regelgerechte Aufschläge,
um das Rückschlagverhalten seines Spielers zu verbessern.
Oder aber der Spieler macht standardisierte Aufschläge, die der Trainer retourniert,
um beim 3.-ten Ball die Spieleröffnungs-Fähigkeiten seines Spielers
auf einen Rückschlag zu trainieren.
Der Spielpraxis näher liegt jedoch das direkte Einspielen,
da der Ball dabei nicht auf der eigenen Tischhälfte aufspringt.
2. Direktes Einspiel
Bei dieser Form des Einspiels wird der Ball aus der freien Hand
direkt auf die Tischhälfte des Gegners geschlagen,
ohne dass der Ball die eigene Tischhälfte berührt.
Mit dieser Einspielart kann man fast alle Schlagtechniken imitieren.
Der Trainer inklusive Balleimer hat seinen Standort in Netznähe;
beim Vorhandeinspiel links zum Trainierenden, also auf dessen Vorhandseite;
beim Rückhandeinspiel rechts zum Trainierenden, also auf dessen Rückhandseite.
Variiert werden können:
variables Schupfball- Einspiel (variabel in Tempo/Rotation/Platzierung)
variables Konterball- Einspiel
variables Topspin- Einspiel
variables hohes Einspiel (Ballonbälle)
3. Indirektes Einspiel
Diese Form des Einspiels stellt eine Vereinfachung gegenüber dem direkten Einspiel dar,
da der Einspieler den Ball zuerst auf seiner eigenen Tischhälfte aufspringen lässt,
bevor er ihn übers Netz schlägt.
Diese Zuspieltechnik eignet sich vor allem für Ungeübte,
um die eigenen Zuspielfertigkeiten zu verbessern.
Ein weiterer Vorteil ist in der spielnahen Einspielweise des Balles zu sehen,
der erst nachdem er auf dem Tisch aufgesprungen ist,
vom Einspieler übers Netz gespielt wird.
Die Ballfrequenz ist etwas niedriger, als beim direkten Balleinspiel,
sodass dem Trainierenden etwas mehr Zeit für seine Schlagvorbereitung bleibt.
Die Auswahl der entsprechenden Organisationsform hängt von der Zielsetzung des Trainings ab,
also technisches, taktisches oder konditionelles Balleimertraining.
4. Trainingsteilnehmer als Einspieler
Wenn Trainingspartner selbst als Einspieler fungieren,
dann ist es ratsam, die Wechselfolge zwischen den Trainierenden vorher festzulegen.
Zur Auswahl stehen:
- wenn der Übende eine bestimmte Anzahl an Fehlern begangen hat,
- wenn der Übende eine bestimmte Anzahl an guten Schlägen gemacht hat,
- wenn alle im Balleimer befindlichen Bälle gespielt wurden,
- wenn eine bestimmte Zeitvorgabe abgelaufen ist.
5. Der Trainer als Einspieler
Die beste Lernerfolgs- Kontrolle hat der Trainer, wenn er selbst Einspieler ist.
Bei guten technischen Fertigkeiten kann der Trainer
sein Zuspiel dem Niveau des Übenden anpassen.
Er kann dabei den Spieler motivieren als auch korrigieren.
Aus vielen Gesprächen ist bekannt,
dass Tischtennis-Spieler diese Art des Trainings
als sehr intensiv und hilfreich empfinden!
Man muss sich aber auch bewußt sein,
dass diese Form des Balleimertrainings den "Trainer an einem Tisch bindet"
und er daher in diesem Zeitraum der Trainingsgruppe nicht zur Verfügung steht!
Die Trainingsgruppe sollte dann entsprechend der Traineranweisung
ihre Übungen selbständig fortführen.
6. Variablen beim Bälle-Einsammeln
Zum Einsammeln der Bälle kann der Trainer einen oder mehrere Spieler beauftragen.
Eine Belastungskomponente kann mit hineingebracht werden,
wenn man die Aufgabe erteilt, die Bälle so schnell wie möglich einzusammeln.
Mehrere Sammler sind vor allem dann angebracht,
wenn die Wechselzeiten zwischen 45 und 90 Sekunden liegen.
Die Spieler können zum Bälle sammeln auch als sog." Handtuch-Torrero" eingesetzt werden.
Die Spieler versuchen dabei wie ein Torrero die Bälle mit dem Handtuch einzufangen.
7. Ein Zuspieler - Zwei Rückschläger
Diese Organisationsform bietet sich bei Übungsformen an,
die eine niedrige Einspielfrequenz haben.
Zudem handelt es sich um eine gute Übung zur Verbesserung der Beinarbeit.
8. Ein Einspieler - mehrere Rückschläger
Diese Organisationsform eignet sich vor allem für Konditions- oder Technikübungen
unter erschwerten Bedingungen.
Zudem handelt es sich um eine gute Übung zur Verbesserung der Beinarbeit.
Der Trainer legt beim Balleimertraining das Ziel der Übung fest.
Er erklärt dem Trainierenden die Schlagausführung.
Dementsprechend spielt er dann den Ball ein.
Die Rückmeldung zum ausgeführten Schlag erfolgt
durch das Absprungverhalten des Balles am Returnboard !
Das Feedback des eigenen Schlages sehen und erleben,
ist einprägsamer als viele Worte des Trainers.
Entsprechend des Schlagergebnisses gibt der Trainer
Korrekturhinweise zur Schlagausführung.
Video Balleimertraining mittels Returnboard

Wenn beim Balleimertraining neben der Plazierung auch Rückschlüsse
auf die mit dem ausgeführten Schlag erreichte Rotation,
also die Stärke des Spins sowie auf die Platzierung gezogen werden sollen,
dann ist der Einsatz des Returnboards zweckmäßig.
Zusätzlich werden bei dieser Übung nach dem ersten Ball
mit dem ansonsten beim Balleimertraining die Sequenz abgeschlossen ist,
weitere Schläge innerhalb eines Ballwechsels
traininiert.
Hierbei wird deutlich, inwieweit das TIMING für Tempo, Platzierung und Rotation entwickelt ist,
um bereits einen mehrmaligen Ballwechsel spielen zu können.
Diese Elemente sind neu beim Balleimertraining !
Sie geben Trainer und Spieler
zusätzliche Hinweise beim Techniktraining !
Der Trainer kann zum Einen mit seinem Einspiel den gewollten Spin erzeugen
und mit seiner Einstellung des Blockwinkels am Returnboard
Rückschlüsse auf die vom Trainierenden erreichte Rotation ziehen.
Beide, Trainer und Spieler, erkennen das Schlag-Ergebnis anhand des Feedbacks.
Entsprechend kann der Trainer dann seine Korrekturhinweise geben.
Beim Balleinspielen variiert der Trainer sein Einspiel,
je nachdem, ob er den
- Konterball
- Topspin oder
- Flip inklusive Beinarbeit trainiert.
Dementsprechend setzt er das Returnboard ein, in dem er

- den Blockwinkel vorgibt und einstellt,
- den Platz des Returnboards auf dem Tisch festlegt.
entsprechend für das Vorhand- bzw. das Rückhand-Training.