„Eine gute Tischtennis-Technik erfährt erst durch eine gute Platzierung ihre Veredelung“- TISCHTENNISWEISHEIT von Michael Pollak
Visuelles Feedback zu P T R F
P wie PLATZIERUNG
T wie TEMPO
R wie ROTATION
F wie FLUGHÖHE
Bei der Technikbewertung im Tischtennis haben diese vier Schlagziele eine grundlegende Bedeutung.
Eine gute Ausführung der Schlagbewegung ist nur bei gleichzeitig guter Ausführung jedes einzelnen Schlagziels erreichbar.
P T R F sind optimal zu kombinieren, um das gewünschte Schlagergebnis zu erzielen.
Obwohl P T R F eine Einheit bilden und beim Techniktraining in ihrer Verbindung geübt werden, können spezielle Übungen vorrangigzu einem Schlagziel durchgeführt werden.
Was bietet sich an, um das Schlagziel P wie
PLATZIERUNG
beim Tischtennis verstärkt zu trainieren?
Schauen Sie sich bitte das folgende VIDEO an,
hier demonstrieren die besten Tischtennisspieler der Welt, auch Timo Boll,
wie durch eine variable Platzierung "gepunktet" werden kann!
Was soll gezielt "platziert" trainiert werden?
Meine Empfehlung:
1. Der Aufschlag……vorteilhafte Einleitung des Ballwechsels
2. Der Rückschlag…um den Ballwechsel zu dominieren
3. Weitere Rückschläge im Ballwechsel bis zum Punktgewinn
Zum Platzierungstraining beim Tischtennis lautet mein Vorschlag:
Platziere einen Platzierungs-Returny vorteilhaft auf dem Tischtennistisch und platziere einen Treffer so auf den Returny, dass er getroffen wird und umfällt:
beim Aufschlag
beim Rückschlag
aus dem Ballwechsel heraus
Gerade für Anfänger ist es eine hoch motivierende Trainingsform, wenn sie ein visuelles Feedback zu ihren geschlagenen Bällen erhalten.
Ziel: Mit besserer Platzierung öfter zum direktem Punktgewinn!
Dieses visuelle Feedback kann zu einem freudigen Erlebnis werden, wenn ein Returny „umgenietet“ wurde.
Ein umgeworfener Returny macht sicherlich mehr Spaß, als Zielmarken, wie Papierblätter, Pappbecher oder Filmdosen zu treffen.
Beim Platzierungs-Training mit Anfängern ist es sinnvoll mit 2 größeren Returny`s mit H=13 cm zu beginnen.
Wenn die Platzierungsgenauigkeit des Trainierenden sich verbessert hat, können kleinere Zielmarken,d.h. Returny´s mit H=10 cm eingesetzt werden.
Diese kleineren Returny´s finden auch im Jugend-Training, wo Platzierungsgrundlagen bereits vorhanden sind, ihre Anwendung.
Darum biete ich ein Platzierungs-Set bestehend aus zwei großen und zwei kleinen Returny´s an.
Platzierungs-Set
Ü1 Platzierungsübungen beim Aufschlag
Ü1.1 Einzeltraining
Beim Einzeltraining werden Returny´s vorteilhaft innerhalb des Aufschlag-Netzes platziert.
V o r t e i l h a f t platziert entsprechend dem Platzierungsziel:
- für einen kurzen Aufschlag
- für einen mittellangen Aufschlag
- für einen langen Aufschlag
- auf der Vorhand-oder Rückhand-Seite
Ü1.2 Aufschlagtraining mit zwei Spielern
Auf jeder Tischseite wird ein Platzierungs-Returny entsprechend dem Platzierungsziel aufgestellt.
Spieler 1 zielt mit seinem Aufschlag auf den ihm gegenüberstehenden Returny. Markiert Spieler1 keinen Treffer, so fängt Spieler2 den Ball auf.
Danach zielt Spieler2 auf den Returny auf der Gegenseite u.s.w.
Variationen werden vom Trainer vorgegeben: VH-Aufschlag, RH-Aufschlag, kurz, mittel, lang, Unterschnitt, Seitschnitt, ohne Schnitt oder Rollaufschlag.
Ü2 Platzierung beim Rückschlag
(Aufschlag-Return)
Es wird wieder auf jeder Tischseite ein Returny "platziert".
Spieler1 schlägt seinen Aufschlag ( Rollaufschlag, US,ÜS, oder Seitschnitt) auf eine freie Stelle (Vorgabe des Trainers) der gegenüberliegenden Tischhälfte.
Spieler2 "platziert" seinen Rückschlag (Konter, Topspin, Schupfball, Flip) auf den gegenüberliegenden Returny.
Spieler1 fängt den Ball auf (oder nimmt einen Ball aus dem Balleimer) und beginnt die Übung wieder mit einem Aufschlag.
Nach ca.10min. schlägt Spieler2 auf und Spieler1 zielt mit seinem Aufschlag-Return auf seine Zielmarke.
Ü3 Platzierung aus dem Ballwechsel heraus
Ü3.1 …von zwei Spielern
Diese Übung basiert auf der Übung Ü2.
Spieler1 schlägt auf und Spieler2 retourniert.
Erzielt Spieler2 mit seinem Return keinen Treffer, dann setzt Spieler1 den Ballwechsel fort, indem er seinerseits mit seinem Schlag auf den gegenüberstehenden Returny zielt.
Der Ballwechsel wird fortgesetzt bis ein Spieler einen Treffer markiert oder durch einen Fehler den Ballwechsel beendet.
Beispiel für eine Übung:
"Vorhand-Topspin mit Platzierung" Spieler 1: Unterschnitt-Aufschlag diagonal Spieler 2: Unterschnitt-Return diagonal Spieler 1: Umlaufen der Rückhand und und Vorhand-Topspin parallel mit Platzierungsaufgabe
Diese Übungen mit "Platzierung aus dem Ballwechsel heraus" haben einen hohen Anforderungscharakter.
Es muss nicht nur PTRF des ankommenden Balles bewertet werden, sondern es muss auch mit dem eigenen PTRF-Schlag eine gute Antwort gefunden werden, die noch dazu ein sehr eingeschränktes Platzierungsziel beinhaltet.
Ü3.2 …von einem Spieler am Returnboard
Der Anforderungscharakter der Übung Ü3.1 kann reduziert werden, wenn der Ballwechsel am Returnboard erfolgt.
Beim Übenden wird das Feedback vom Returnboard durch den von ihm selbst gespielten vorherigen Ball bestimmt.
Der Ballwechsel kann durch die Blockwinkel-Einstellung im Tempo reduziert werden, so dass aus einem Ballwechsel mit reduziertem Tempo heraus die Platzierung auf einen vor dem Returnbord stehenden Returny einfacher wird.
Mit dem Blockwinkel des Returnbords können PTRF des ankommenden Balles, so reguliert werden, dass sie dem Leistungsstand des trainierenden Anfängers oder Jugendlichen entsprechen.
Eine Übung kann z.B. mit einem parallelen VH-Ballwechsel (Konter oder Topspin) auf das linke Bord begonnen werden und aus dem Ballwechsel heraus mit Platzierungs-Übung auf den vor dem rechten Bord stehenden Returny fortgesetzt werden.
Wird beim Platzieren kein Treffer erzielt, so wird der Ballwechsel am Returnboard fortgesetzt und es kann ein zweiter Platzierungs-Schlag folgen.
Klappt die Platzierung auf den großen Returny H=13 cm schon ausreichend gut, dann bietet der kleine Returny H=10 cm eine neue Herausforderung.
Werte Trainerrinnen, Werte Trainer,
mit diesen Übungen könnern Sie in Ihrem Vereinsjugendtraining bei ihren Anfängern, Schülern und Jugendlichen eine stärkere Orientierung auf das Schlagziel PLATZIERUNG geben.
Sie können damit eine Grundlage schaffen,
die in Verbindung mit einer guten Technik und Taktik