Michael Pollak konstruiert mit viel Idealismus Tischtennis-Trainingsgeräte
„Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“.
So sang schon Schlagerstar Jürgen Marcus in den 70er Jahren.
Bei Michael Pollak trifft dieser Song im Grunde genommen auch zu. 47 Jahre war er alt,
als so ganz allmählich die Liebe zum Tischtennissport gedeihte.
Inzwischen sind weitere zwanzig Jahre vergangen – und Michael Pollak ist dank seiner Erfindung,
dem „Returnboard“, inzwischen Tischtennis-Geschäftsmann, Seniorenspieler und Globetrotter zugleich.
Michael Pollak mit Promotion-MItarbeiterin Jenny Klemann
beim TTVWH-"Warm up" Anfang 2011 anlässlich des DTTB-Final Four in Stuttgart
Jenny Klemann, Johanna Weidle und Constantin Schmauder spielen ihrem Gegner Bälle zu.
Der in diesem Fall kein wirklicher Gegner ist, da er doch recht statisch wirkt.
Es sind keine Menschen, die die Schläge der Spieler returnieren.
Der Trainingspartner gegenüber ist ein Ballwechsel-Trainingsgerät,
auf neudeutsch „Returnboard“, das den beiden jungen Spielern als alternative Trainingsmethode zur Verfügung steht.
Über die gesamte Tischbreite ist das „Blockball-Brett“ installiert. Je nach eingestelltem Neigungswinkel des Brettes,
das auf seiner Fläche mit einem eigens entwickelten Belag bestückt ist,
kommt der Ball mit einer unterschiedlichen Geschwindigkeit zurück und ermöglicht praxisnahe Ballwechsel,
ganz ohne leibhaftigen Trainingspartner.
DEMO TOPSPINTRAINING mit Constantin Schmauder und Geräteinformation von Michael Pollak
Genau das war auch die Ursprungsidee von Michael Pollak.
Der gebürtige Berliner, Jahrgang 1943, Vater zweier Kinder, bekam Ende der Achtziger Jahre Spaß am Tischtennissport.
„Zuvor hatte ich keine Berührungspunkte zu diesem Sport, nach dreißig Jahren als Fußballspieler in Berlin
habe ich mit dem Tischtennissport beim SC Berg in Baden-Württemberg angefangen“, sagt Michael Pollak,
der auch einen Trainingstisch zu Hause hatte.
„Öfters hatte ich Lust, ein paar Bälle zu spielen, aber manchmal fand sich einfach kein adäquater Trainingspartner.“
Da hieß es dann laut Pollak „learning by doing“, er wollte in seinem Verein
nicht weiterhin in der C-Klasse an letzter Position aufgestellt sein.
„Ich wollte mich als knapp 50-jähriger gegen junge, durchtrainierte
und technisch bessere Spieler beweisen“, so Pollak weiter.
So kam der Gedanke beim Ehinger auf, ein Trainingsgerät für das individuelle Tischtennis-Training zu entwickeln.
„Hier bin ich Manfred Grumbach sehr dankbar“, sagt Michael Pollak.
Grumbach war damals, Ende der Neunziger, Chef des Tischtennis-Ausrüsters TSP
und präsentierte der Öffentlichkeit auf der ISPO Sportmesse in München das Double Returnboard,
die Ursprungserfindung von Pollak. Zu diesem Zeitpunkt, nachdem einige Geräte an den Mann gebracht wurden,
wurde Michael Pollak bewusst, dass „das Produkt ankommt“.
Was ist das Erfolgsrezept des Returnboards?
Michael Pollak: „Vielleicht geht es manch einem Neueinsteiger im Tischtennissport genauso.
Übungsleiter und Trainer sind im Jugendtraining eingebunden,
die Erwachsenen machen hauptsächlich Spiele gegeneinander.
Ein Trainer im Aktivenbereich, vor allem in unteren Spielklassen, ist da eher die Ausnahme.
Mit dem Returnboard lässt sich das Training auf vielfältige Weise gestalten.
Die Motivation kommt dabei über die direkte Ergebnisrückmeldung, dem Feedback zu den ausgeführten Schlägen.
Das sofortige Feedback erhöht maximal den Lerneffekt.“ Platzierung, Tempo, Rotation und Flughöhe
sind dabei die Kriterien, die einen gespielten Ball charakterisieren.
Dies alles gleichzeitig zu koordinieren und die „Returnstabilität“ zu verbessern,
ist Ziel beim Trainingseinsatz mit dem Returnboard.
„Darin liegt der Unterschied zum herkömmlichen Tischtennis-Roboter“, so Michael Pollak,
„was man gut spielt, bekommt man beim Returnboard auch wieder zurück.“
Ob Power-Returnboard, ob Speed- oder Double-Returnboard:
Inzwischen sind zahlreiche Varianten des Trainingsgeräts auf dem Markt.
Zuletzt waren es die mobilen Geräte, die das Interesse der Vereine weckten.
Ein mobiles Returnboard kann wie ein Spieltisch aus einem Geräteraum geschoben werden,
es wird am Tisch positioniert und ist sofort einsetzbar.
Im Gegensatz zu den fest installierten Returnboards ist dies gerade für Vereine,
die ihre Geräte flexibel einsetzen wollen, eine sinnvolle Ergänzung zum Training.
War das Returnboard anfangs „nur“ eine Idee eines passionierten Hobbysportlers mit technischem Knowhow,
entwickelte sich dies im Laufe der letzten Jahre zu einem weltweit anerkannten Produkt.
War Michael Pollak zu Beginn selbst auf sich gestellt, hat er inzwischen zahlreiche Partner um sich geschart,
die mit ihm zusammen das Trainingsgerät in der ganzen Welt vertreiben.
„Inzwischen erfolgt die Lieferung des Returnboards in 55 Ländern auf der ganzen Welt“,
sagt Pollak nicht ohne Stolz und erzählt vom grundsätzlich positiven Feedback seiner Kunden.
Unlängst wurde ein Trainingsgerät sogar nach Neuseeland geschickt,
mit dem dortigen Kunden ist er seither in regem Kontakt:
„Der Kunde stellt jeden Monat seinen Trainingsfortschritt ins Internet.
Gut möglich, dass ich ihn 2014 in Neuseeland besuchen werde,
da finden dann die Senioren-Weltmeisterschaften statt.“
Neben dem Geschäftsgedanken ist es für den früheren
LIEBHERR Marketing-Mitarbeiter Michael Pollak der Idealismus,
der ihn bewegt, dieses Projekt weiter voranzutreiben.
Der Spaß an der Sache dürfe hier nicht zu kurz kommen, so Pollak,
der bei mancher Veranstaltung weniger den kommerziellen Hintergrund sieht.
„Höhepunkt waren die Europameisterschaften 2009 in Stuttgart.
Da habe ich in der Carl-Benz-Arena die Returnboards vorgestellt. Mit vielen tischtennisbegeisterten Kindern,
die die Geräte ausprobierten, hatten wir einen Riesenspaß“, erinnert sich Michael Pollak.
Der er auch die Zusammenarbeit mit dem TTVWH hervorheben möchte.
Im Rahmen der Breitensport-Aktion „TTVWH on tour“
werden die Trainingsgeräte auch seitens des Verbands genutzt,
Johanna Weidle hat als FSJ’lerin Returnboards bei Freestyle-Aktionen
in Schulen und Tischtennis-AG‘s eingesetzt.
Weiterer Partner ist eine Maschinenbaufirma in Oberdischingen, die die Herstellung
der von Pollak entwickelten Trainingsgeräte durchführt.
Die Montage und Versand übernimmt der rührige Geschäftsmann in Eigenregie,
eine Doppelgarage dient als Lager, der hauseigene Keller ist die Werkstatt
und im Dachgeschoss werden die YouTube-Videos produziert.
Auch wenn vieles bereits auf professionellen Beinen steht, so hat der Vertrieb des Returnboards
somit durchaus noch seinen „familiären Touch“.
Unlängst weilte der C- Lizenztrainer und B-Lizenztrainer (Bereich Gesundheitssport)
in der Werner-Schlager-Academy in Wien,
absolvierte selbst einen Fünf-Tages-Tischtenniskurs
und nutzte die Gelegenheit zur Vorstellung des mobilen Returnboards.
„Das Gerät habe ich den Profitrainern für Trainingszwecke zur Verfügung gestellt.
Von Werner Schlager habe ich durchaus positives Feedback erhalten
und ich habe dann dem Weltmeister ein Gerät in Wien gelassen.
Die Akademie in Wien-Schwechat zu sehen und dort zu trainieren, ist ein echtes Erlebnis.
Es ist beeindruckend, wie professionell hier der Spitzensport mit dem Breitensport zusammengeführt wurde.“
Der Hobby-Billardspieler, der derzeit beim TSV Schmiden (Bezirk Rems) in der Kreisliga B um Punkte schmettert,
wird sich auch weiterhin leidenschaftlich mit der Weiterentwicklung des von ihm
konzipierten und patentierten Returnboards beschäftigen, die weltweite Resonanz
und das positive Feedback beflügeln ihn dazu.
Das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden, das ist die Devise von Michael Pollak,
der im kommenden Jahr im Anschluss an die Senioren-Weltmeisterschaften
in Stockholm mit dem Wohnmobil unterwegs sein wird.
Promotion für das Returnboard ist die eine Seite,
auf der anderen möchte er mit der großen Seniorenfamilie
auch aktiv an den Tisch gehen und den Wettkampf suchen.
Untätig ist Michael Pollak demzufolge auch in der Zukunft nicht.
„Es gibt Leute, die sehen was ist und fragen, warum?
Ich sehe Dinge, die noch nicht sind und frage, warum nicht?“
Getreu dieser Devise wird sich der frühere Liebherr-Mitarbeiter
auch weiterhin seine innovativen Gedanken machen.
Die Plattform Internet wird genutzt, um das Tischtennis-Produkt der weltweiten Öffentlichkeit vorzustellen,
allein im Videoportal YouTube gibt es schon über 400 Videos zum Handling mit dem Trainingsgerät.
700 Zugriffe hat die Internet-Seite www.returnboard.de pro Tag.
Aktuell arbeitet Pollak an einem „eBook“, in dem zahlreiche Übungen und Übungskombinationen
mittels anschaulicher Grafiken und Fotos vorgestellt werden.
Eine Veröffentlichung dieses umfangreichen Anwenderbuchs in elektronischem Format ist für 2012 geplant
und dürfte für die Vereins- und Heimtrainer von großem Nutzen sein.
Tischtennis-Fans können sich über die genannte Internet-Seite
in zahlreichen Videos einen praxisnahen Eindruck vom Returnboard verschaffen,
das auch im eigenen Online-Shop unter www.returnboard-shop.de erhältlich ist.
Vereinsvertreter bekommen problemlos und unverbindlich
ein Gerät für die Dauer eines Monats zur Probe bereitgestellt.


















